Forschung und Gutachten


Modellvorhaben KoopGeno und Modellvorhaben Böhlen
Im Rahmen des Programms Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) des Bundes hat die WohnBund-Beratung im Forschungsfeld "Modelle genossenschaftlichen Wohnens - Erschließen von Genossenschaftspotentialen" für zwei Modellvorhaben die Forschungsbegleitung realisiert. In der Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Projektträger realisierte die WBB die wissenschaftliche Dokumentation und Auswertung der Modellvorhaben. Zu den Aufgaben gehörte auch die Rückkopplung der Ergebnisse in das konkrete Projekt und der Austausch im Forschungsfeld sowie die Beteiligung an der konzeptionellen Überprüfung und Weiterentwicklung der Modellvorhaben im Projektverlauf. Die Ergebnisse wurden in mehreren Vorträgen, Workshops und Diskussionen im Rahmen des Forschungsfeldes sowie in den Zwischen- und Endberichten dokumentiert und publiziert.
Netzwerken für genossenschaftliche Kooperation
Das Modellvorhaben KoopGeno Mitteldeutschland hat nach Wegen gesucht, wie neue Kooperationen und Netzwerke das genossenschaftliche Wohnen stärken und weiter verbreiten können. gesucht. Aufbauend auf einer Recherche zu Erfahrungen und Modellen für Kooperationen und Netzwerke wurden eigene Vorschläge und Konzepte für Unterstützungsstrukturen und deren Vernetzung entwickelt. Die Ergebnisse des ExWoSt-Modellvorhabens KoopGeno Mitteldeutschland wurden in einer Broschüre veröffentlicht. Sie zeigen die Potentiale der vielfältigen Kooperationen und Netzwerke zur Stärkung des genossenschaftlichen Wohnens in der Region.
Attraktives Wohnen für junge Menschen
Das Modellvorhaben der WBG Kontakt in Böhlen zeigt, dass genossenschaftliches Wohnen für junge Menschen attraktiv sein kann, wenn Standort, Angebot, Preis und Werbung aufeinander abgestimmt sind. Für junge Familien bieten der Standort und das Projekt der WBG viele Vorteile: die Wohnungen wurden nach den Wünschen der künftigen Mieter geplant und gebaut; Etagenwohnungen bis 100 m² bieten Platz für Kinder; Balkon oder Garten am Haus, Garage auf dem Grundstück und ein Gemeinschaftsraum steht für Hobbies und Feiern zur Verfügung. Das ist Wohnen fast wie im Eigenheim, aber preiswert und flexibel und mit allen Versorgungs- und Betreuungseinrichtungen der Stadt in fußläufiger Entfernung.
 
Forschungsbegleitung Modellvorhaben „Initiative ergreifen“
Im Rahmen des Modellvorhabens Nationale Stadtentwicklungspolitik (NSP) wurde  in den Jahren 2008 und 2009 erprobt, ob und unter welchen Bedingungen bürgerschaftliche Projekte in den östlichen Bundesländern erfolgreich angestoßen werden können. Dabei ging es erstens um die Frage, ob es überhaupt bürgerschaftliche Verantwortungskonstellationen gibt, die sich Stadterneuerungsprojekte auf die Schultern laden wollen und können. Wenn es sie denn gibt, sollte zweitens verdeutlicht werden, ob dies im Rahmen der Förderpraxis der Länder umsetzbar ist oder ob es hier Korrekturen und in Ansätzen eine neue Praxis geben muss. Und drittens wurde  erprobt, welche Strukturen der Projektakquisition, der Projektqualifizierung und der Projektbegleitung es für bürgerschaftlich getragene Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsprojekte geben muss.
Es gelang in relativ kurzer Zeit, vier Projekte ausfindig zu machen, deren Akteure bereit waren, sich auf einen Qualifizierungs- und einen Realisierungsweg zu begeben: Alte Bäckerei in Dessau, Bunte Welt in Cottbus, DomiZiel in Lauchhammer, Peißnitzhaus in Halle. Mit den vier Projekten wurden die Bandbreite möglicher Projekte und erste Erfolgsvoraussetzungen erkennbar, aber auch woran derartige Projekte scheitern können bzw. einen wie langen Atem sie brauchen. Dies ist ein erster Nachweis, dass es die bürgerschaftlichen Projektinitiativen für einen Förderansatz „Initiative ergreifen“ gibt.
Die Suche nach bürgerschaftlichen Projektinitiativen, vor allem aber die inhaltliche, bauliche, finanzielle Qualifizierung sowie die Erarbeitung eines belastbaren Träger-, Betriebs- und Wirtschaftlichkeitskonzepts vor einer Förderempfehlung (Förderantrag über die Städte an die zuständigen Landesstellen) und die Begleitung der Projekte bis in den Betrieb hinein machen ein spezielles Management nötig. Im Rahmen des Modellvorhabens NSP wurde diese Aufgabe von Birgit Schmidt, WohnBund-Beratung Dessau übernommen. Frau Schmidt wurde von Joachim Boll, startklar.projekt.kommunikation Dortmund punktuell mit Erfahrungen aus dem Management „Initiative ergreifen“ NRW unterstützt. Aus all dem heraus wurde als Schlussfolgerung ein einheitliches Management „Initiative ergreifen“  für die fünf ostdeutschen Flächenländer vorgeschlagen, das länderübergreifend von diesen fünf Ländern und dem Bund gemeinsam getragen werden könnte.
Medien zum Thema
 
weitere Referenzen
„Ökonomische Funktionsweisen und Wirkungen ausgewählter Bürgerprojekte im Stadtumbau“ (2005)
Recherche Bürgerprojekte im Stadtumbau in S-A 2003 (2003)
Einwohnerbefragung Wolfen (2001)
EXWOST-Forschungsprojekt Lange Gasse Dessau (1999-2001)
Gutachten zu Kooperationspotentialen der Hochschulen und Universitäten des Landes Sachsen-Anhalt (1997-1998)
Werkssiedlungen im Land Brandenburg (1994)
EXWOST-Forschungsprojekt Halle-Neustadt (1992-1994)
Betreuung von Diplomarbeiten (seit 1992)